Aus der Geschichte
des DMB Bonn/ Rhein-Sieg/ Ahr e. V.

Schon in den Jahren nach 1870 kam es in Deutschland zur Gründung
der ersten Mietervereine.

Sie waren eine Reaktion auf die katastrophalen Wohnverhältnisse, insbesondere in den Regionen der industriellen Entwicklung. Im ersten Weltkrieg wurden Mieteinigungsämter geschaffen, die verhindern sollten, dass den Familien der Soldaten die Wohnung gekündigt werden konnte.

Nach dem Krieg führte die Zerstörung zu einer weiteren Verschärfung der Wohnungsnot. Neue demokratische Strukturen erleichterten auch die Bildung von Mietervereinen.


Plakat Mieterschutz

Der Mieterverein Bonn wurde am 09. Februar 1919 gegründet. Der Verein kandidierte bereits im selben Jahr zur Kommunalwahl und es begannen Auseinandersetzungen, die zu einer Spaltung des Vereins führten.

Der Mieterverein war sehr an der Seite der Sozialdemokraten, der Mieterschutzverein an der Seite der konservativen Parteien, die aber auch in der Opposition standen zu dem mehrheitlich regierenden Zentrum. 

Ein Jahr nach der Gründung des Bonner Mietervereins trafen sich am 02.02.1920 auch in der Stadt Siegburg Bürgerinnen und Bürger, um eine Interessensvertretung für Mieter zu schaffen. 62 Mitglieder traten anlässlich der Gründungsversammlung dem Siegburger Mieter-Schutzverein bei.

In der eigentlichen Arbeit der Mietervereine wurde schon damals viel geleistet. So zum Beispiel im Jahr 1929: Die Zahl der Mitglieder in Bonn war auf 1200 gestiegen. Es wurden 9000 Auskünfte erteilt. In 350 Terminen wurden die Mitglieder beim Mieteinigungsamt oder beim Mietschöffengericht vertreten.

Nach der Machtübernahme der Nationalssozialisten konnten die Vereine ihre Arbeit zunächst fortsetzen. Ab dem 18.12.1933 nahm der Mieterverein Bonn die der Naziideologie entsprechende Einheitssatzung für Vereine an und passte sich der herrschenden Ideologie an, z. B. was die Diskriminierung von Juden auf dem Wohnungsmarkt betraf.



Im April 1939 wurde ein Gesetz über die Mietverhältnisse mit Juden beschlossen. Sie konnten aus den Wohnungen gewiesen werden, in arischen Häusern konnte ihnen fristlos gekündigt werden. Zuzug in ausgewählten Wohnbezirken konnte ihnen verboten werden. Von Protesten des Mietervereins hiergegen ist nichts bekannt.

Nach dem Krieg waren nur 10,8 % der Wohnungen in Bonn nicht beschädigt. Die Lebensbedingungen waren katastrophal. Im März 1948 wurde zu einer ersten Generalversammlung geladen, in der eine zeitgemäße Satzung verabschiedet wurde. Durch die intensive Arbeit, besonders von Geschäftsführer Pavil Popiel, konnte der Verein bis 1973 wieder auf 2 300 Mitglieder wachsen.

Entscheidend für die Zeit war die Abschaffung der Mieterschutzgesetzgebung durch den sogenannte Lücke-Plan

Seit 1975 nahm der Mieterverein Bonn unter dem neuen Vorsitzenden, seit 1984 Geschäftsführer, Bernhard von Grünberg, einen erheblichen Aufschwung.

Im Jahr 1981 schlossen sich die bis dahin selbständigen Mietervereine Bonn und Siegburg zusammen, um die Mieterinteressen in Bonn und im Rhein-Sieg-Kreis noch effektiver unterstützen zu können. Dem heutigen Mieterbund Bonn/ Rhein-Sieg/ Ahr e. V. gehören inzwischen mehr als 22 000 Mitgliedshaushalte an, die von den beiden Geschäftsstellen in Bonn und Siegburg betreut werden.

Etwa ein Drittel der Mitglieder wird von der Siegburger Geschäftsstelle betreut, die sich seit 1992 am Kaiser-Wilhelm-Platz 9 (neben dem Kreishaus) befindet.

Der Grund für den erheblichen Mitgliederanstieg war eine verstärkte Professionalisierung mit hauptamtlichen Rechtsberatern, bessere Räumlichkeiten (in Bonn zunächst in der Kaiserstr. 22, dann in der Berliner Freiheit 36 und seit 2014 in der Noeggerathstr. 49) und die Einmischung in die Wohnungspolitik auf kommunaler und Landesebene.

Zu den Erfolgen gehörte auch:

Die Durchsetzung von qualifizierten Mietspiegeln, die Abschaffung der Fehlbelegungsabgabe, die Zusammenarbeit mit Beratungsstellen im sozialen Bereich, die Einrichtung von Zweigstellen in Bad Honnef, Bad Neuenahr und Meckenheim und die frühzeitige Anschaffung von Computersystemen.


Historie Bild
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von der Gründung bis zu den Jubiläumsjahren 2009 und 2010.




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