08.12.2009rss_feed

Advent ohne Strom und Wasser

SWB drohen 47 Mietparteien in der Celsiusstraße mit der Kappung von Energie- und Wasserversorgung!

Ungefähr 47 Mietparteien in der Celsiusstraße droht die Sperrung der Energie- und Wasserversorgung am 15.12.2009 um 09.00 Uhr. Zahlungsrückstände des Vermieters Manjo GmbH in Höhe von 42.777,12 Euro veranlassen die Stadtwerken Bonn keine weiteren Leistungen mehr zu erbringen.

Die Stadtwerke haben die Mieter des Hauses nun aufgefordert, den kompletten Betrag, spätestens 3-5 Tage vor dem 15. Dezember an die Stadtwerke zu zahlen, um die Sperrung der Versorgung zu verhindern.

Bernhard von Grünberg, Geschäftsführer des Mieterbundes hierzu:

Diese Forderung ist völlig absurd. In der Wohnanlage wohnen sehr viele Menschen, die SGB II Leistungen oder Grundsicherung beziehen. Sie sind natürlich überhaupt nicht in der Lage, diese hohen Rückstände zu begleichen, zumal sie ihre Vorauszahlungen für die Betriebskosten bereits an die Manjo GmbH gezahlt haben. Der Mieterbund ist zur Zeit in Verhandlungen mit den Stadtwerken. Es geht um die Frage, wie die Sperrung der Energie- und Wasserversorgung verhindert werden kann. Es wäre ein Skandal, wenn die Familien, zum Beispiel über Weihnachten, im Dunkeln, im Kalten und auf dem Trockenen sitzen müssten.

Mit der Manjo GmbH gibt es bereits seit längerer Zeit Auseinandersetzungen. Die Wohnungen, die ursprünglich zu der preisgekrönten Elementa-Siedlung gehörten, sind in einem katastrophalen Zustand. Es regnet zum Teil in die Wohnungen herein. Es gibt viele, ganz erhebliche Gefährdungsstellen. Leider hat die Stadt Bonn im Rahmen der Wohnungsaufsicht noch nichts nachdrückliches gegenüber der Manjo GmbH unternommen, damit diese unzumutbaren Wohnverhältnisse endlich abgestellt werden.

Der Mieterbund sorgt sich darum, daß immer mehr Wohnanlagen von letztlich nicht zahlungsfähigen Unternehmen gekauft werden, um damit zu spekulieren. Deswegen fordert der Mieterbund ein stärkeren Eingreifen der Stadt und ein Vorkaufsrecht, damit diese Wohnungsanlagen nicht immer stärker in den Strudel der Vernachlässigung geraten.

 

Ergebnis gefunden!

Nachdem der Mieterbund die Presse eingeschaltet hatte und sich unmittelbar an die Stadtwerke gewand hatte, habe diese ihr Schreiben zurück genommen. Auf einer Mieterversammlung, zu der der Mieterbund eingeladen hatte, hat sich das Vorstandsmitglied der SWB Peter Weckenbrock bei den Mietern entschuldigt.
In Zukunft werden die Vorauszahlungen an die Stadtwerke Bonn gezahlt. Der Vermieter bleibt aber weiter abrechnungsverpflichet. Die Mieter haften nicht wie zunächst vorgesehen als Gesamtschuldner, sie brauchen auch nicht die Schulden des Vermieters zu übernehmen. Diese werden von der SWB unmittelbar beim Vermieter eingeklagt. Die Energie- und Wasserversorgung bleibt aufrecht erhalten.